SSDY

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Entgegen meinen ursprünglichen Vorsätzen, schreibe ich jetzt doch noch einen kleinen Rückblick auf das frisch vergangene Jahr. Nicht allumfassend. Ich mag nur ein paar Sachen herauspicken. Und nicht mal weil sie die wichtigsten sind.

Stagnation

Auch 2012 habe ich es wieder nicht geschafft GTD in meinen Alltag aufzunehmen. Hin und wieder hab ich in die Welt der Todo-Listen zurückgefunden, habe mich minimalistisch nur mit Apple-Reminders organisiert, eine Zeit lang Wunderlist und Wunderkit verwendet und zum Ende des Jahres Things wieder ausgegraben. Es macht Spaß, für eine Weile. Aber irgendwie ist mein Alltag nicht komplex genug, um es zu brauchen und so vergesse ich meine Listen wieder oder ich verwende sie nur als simple Einkaufslisten. Ich bin gespannt ob dieses Jahr anders wird (SPOILER: Wird es nicht).

Auch 2012 habe ich es wieder nicht geschafft regelmäßig zu bloggen. Ich habe das noch mal versucht mit meinem JavaScript-Tutorial, aber es fällt mir zu schwer mich langfristig zu motivieren. Wahrscheinlich schreibe ich einfach zu ungern.

Mein Social-Media-Konsum ist auch 2012 weiter zurück gegangen. Ich twittere deutlich seltener, Facebook mach ich fast nur auf, wenn mich jemand anschreibt und die klassischen Messenger benutze ich auch kaum noch. Naja, iMessage nutze ich viel. Irgendwo muss es ja hin. Meine Feed-Reader-Abos sind deutlich zusammengeschrumpft, aber ich lese ihn immer noch einmal täglich leer.

Neue Sachen

Natürlich ist nicht alles beim alten geblieben. Ich habe mir einige neue Sachen angesehen. Während der Rest der Welt gerade (zurecht) von node.js begeistert ist, habe ich mich aufgerafft und endlich mal Ruby gelernt, mit Rails, aber mehr begeistert hat mich eigentlich die statische Webseitengenerierung mit Jekyll. Zum Anfang des Jahres habe ich daher unter anderem diese Seite auf Jekyll, bzw. Octopress umstellen, welches im Grunde eine Plugin-Sammlung und Blog-Konfiguration für Jekyll ist. Meine Begeisterung dafür hält an, allerdings sorgt es auch nicht dafür, dass ich mehr blogge.

Ich habe noch mehr Tee getrunken als in den Jahren davor. Ich trinke Tee seit ich ein kleines Kind bin, aber letztes Jahr hat das wirklich enorm zugenommen und gerade jetzt im Winter bin ich bei zwei bis drei Kannen am Tag. Ich weiß auch nicht wer daran Schuld ist. Und Whisky! Ich habe auch meine Scotch-Sammlung deutlich ausgebaut, aber natürlich trinke ich da deutlich weniger und seltener als Tee ;)

Mein Podcast-Konsum hat auch stark zugenommen. Hauptsächlich die exzellenten 5by5-Podcasts, aber auch This American Live ist ganz vorn mit dabei. Wahrscheinlich muss ich das reduzieren, weil ich sonst kaum hinterher komme, alles zu hören.

Ebenfalls neu? Ich bin auch auf den Paperless-Zug aufgesprungen und liebe es immer noch.

Ich habe Bücher gelesen, ausschließlich digital, ich habe Musik gekauft, ausschließlich digital und Filme und Fernsehserien, genauso digital. Teilweise fühlt sich das Erlebnis wie Zukunft an, teilweise wie finsteres Mittelalter. Ich bin noch nicht überzeugt, dass die Mittelalterfraktion sich in 2013 bessern wird.

Ansonsten? Ich habe endlich mein neues Sofa und jetzt fühlt sich meine Wohnung, in der ich nun seit anderthalb Jahren wohne, endlich halbwegs fertig an.

Das war ein Teil von 2012. Den Rest behalte ich wie üblich für mich :)

Jetzt mit ohne Papier

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Ich kann nicht mit Papier umgehen. Ich krieg es einfach nicht hin. Oh, also, wenn mir jemand Papier in die Hand gibt, kann ich natürlich lesen was drauf steht. Und ich stell mich auch nicht so ungeschickt an, dass ich mich bei jeder Gelegenheit an den Kanten schneide. Aber wenn mir jemand große Papiermengen gibt und ich da Ordnung reinbringen und sie langfristig aufbewahren soll, dann versage ich. Schon immer. Ich hatte nie ein ordentliches System aus Ordnern für den ganzen Zettelkram, mit dem ich während der Schulzeit so bombardiert worden bin. Gerade in den letzten Schuljahren hatte ich in der Regel einen großen karierten Block und hab da alles an Zetteln mit reingepackt was man mir gab. Sehr einfaches und bequemes Sortierverfahren. Der Haken? Sehr aufwändig und umständlich da Sachen wieder zu finden. <!--more--> Inzwischen liegt diese Phase meines Lebens hinter mir, aber Papier bekomme ich immer noch in Massen. Bestimmt nicht so viel wie zur Schulzeit, aber es summiert sich trotzdem. Und bei bestimmte Dokumente, Rechnungen, Nachweise ist es dafür noch problematischer, wenn man sie irgendwann nicht wieder finden kann. Allein einmal im Jahr die Belege und Rechnungen für die Steuer aus einem riesigen Zettelberg herauszusuchen ist die Hölle.

Interessanter Weise bin ich gut, digital Ordnung zu halten. Mein Schreibtisch ist eigentlich immer in kontrollierter Unordnung. Mein Desktop ist in der Regel leer und es stört mich furchtbar wenn sich da mehr Dateien sammeln, als die, mit denen ich wirklich gerade unmittelbar arbeite. Digital habe ich meine eigene Ordnung und ein breites Spektrum an Werkzeugen, die mich bei Bedarf dabei unterstützen, die Ordnung zu halten.

Eigentlich sollte es also ganz naheliegend sein, auf eine papierlose Aufbewahrung umzusteigen, ich tu es aber erst jetzt. Ausschlaggebend für mich war das Ebook Paperless von David Sparks, das Schritt für Schritt den Umstieg und den Aufbau eines papierlosen Arbeitsablaufes beschreibt. Das Buch liefert mehrere Antworten auf die Fragen: Wie digitalisiert man am besten seine Dokumente? Wie und wo speichert und sortiert man sie am besten, um sie möglichst schnell zu finden, wenn man sie braucht? Welche Werkzeuge sind dabei eine wirklich große Hilfe?

Mein jetziger Aufbau sieht folgendermaßen aus:

  • Ich habe einen Dokumenten Scanner, mit Papiereinzug, mit dem ich ziemlich schnell Dokumente einscannen kann, auch beidseitig.
  • Die zugehörige Software macht automatisch PDFs daraus und lässt OCR drüber laufen, damit ich die Dokumente später durchsuchen kann. Zusammen eingescannte Dokumente werden automatisch zu einem einzigen PDF zusammengefügt. Anschließend werden sie in einem Ordner abgelegt.
  • Der Ordner wird von Hazel überwacht. Hazel erlaubt mir Regeln aufzustellen, die die PDFs weiter sortieren und benennt. Kommt in dem PDF Gehaltsabrechnung vor? Dann wird das Dokument Gehalt genannt, das Datum wird an den Dateinamen gehängt und es wird in einen entsprechenden Ordner sortiert, mit einem Unterordner für das jeweilige Jahr. Ähnliche Regeln habe ich für alle anderen Dokumente die ich regelmäßig erhalte.
  • Suche ich alle Gehaltsabrechnungen für 2012? Ich weiß genau, dass die unter Gehalt im Unterordner 2012 liegen. Oder ich suche über die Spotlight suche nach Datum:2012 und Gehalt. Yay, Technik.

Bis auf die wenigen Dokumente, die ich wirklich im Original behalten muss, kann ich die Unmengen totes Holz nun tatsächlich entsorgen. Vorausgesetzt, ich habe hinreichend gute Backup Lösungen.

Tatsächlich weggeworfen habe ich noch nichts. Ich bin noch in der Phase des Digitalisierens all meiner alten Sachen. Allein dieses "das müsstest du irgendwie mal alles in Ordnung bringen" geistert nicht mehr durch mein Unterbewusstsein.

Also ich kann euch das Ebook nur empfehlen. Da sind noch weit komplexere Abläufe als meiner beschrieben. Ihr könnt die Daten als Dateien ablegen oder in Anwendungen wie Evernote verwalten, ihr könnt sie in die Cloud geben oder lokal behalten, ihr könnt sie in Ordnern sortieren oder mit Tags versehen, es gibt sehr viele Abwandlungen davon und viele sind in dem Buch beschrieben. Schaut es euch an, es kostet nur 5€ und enthält viele Bilder und 1,5 Stunden an Video-Erklärungen. Ihr braucht dafür allerdings ein iPad mit iBooks.

Mein neues Telefon

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Das iPhone5 mit Lightning Connector

Am Freitag habe auch ich, wie viele andere, mein iPhone 5 bekommen. Ihr könnt eins der zahlreichen Reviews da draußen anschauen, für Details.

Aber glaubt keinem, der das Gerät nicht tatsächlich in der Hand gehalten hat. Es sieht hübsch aus auf den Bildern. Aber die werden dem richtigen Gerät nicht gerecht. Es ist unfassbar dünn und leicht, zumindest verglichen mit allen bisherigen iPhones.

Das iPhone 4S war schnell. Sehr schnell. Und flüssig. So flüssig, dass die Konkurrenz immer noch nicht erfolgreich aufgeholt hat, zumindest nicht auf den Geräten die ich bisher bei Kollegen gesehen hab. Und trotzdem ist das iPhone 5 schneller und flüssiger. Und ja, man merkt es deutlich bei allem was man damit tut.

Der neue Bildschirm ist hübsch. Ich bin kein sonderlicher Fan von dem neuen Formfaktor, aber wenn ich das Gerät anschalte macht es einen besseren Eindruck. Ich hattet tatsächlich unterschätzt, wie viel das bisschen mehr Platz in Anwendungen wie Instapaper oder Safari ausmachen.

Der neue "Lightning"-Connector ist viel kleiner als es auf den Bildern erst aussah und auch wenn ich ein wenig der Dock-Connector-Kabel Sammlung hinterher trauere, die ich mir doch inzwischen aufgebaut hatte, muss ich doch sagen, dass ich eine richtige und längst überfällige Entscheidung war.

Ich habe mir direkt ein zweites Kabel mutbestellt, damit ich zumindest im Büro auch eins habe. Für die Entwicklung natürlich. Nicht wegen des Akkus. Der hält tatsächlich augenscheinlich länger als auf meinem 4S. Wobei das auch durchaus daran liegen kann, dass das 4S nun einfach schon ein Jahr alt ist.

Zu der Kamera kann ich noch nicht viel sagen. Ich habe ein paar Bilder gemacht, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen und die Qualität scheint tatsächlich etwas besser zu sein. Aber das können andere Leute wahrscheinlich besser beurteilen. Der Unterschied scheint da zu sein, aber sonderlich groß ist er nicht. Für Katzenfotos reicht es, aber für Katzenfotos hat auch das 4S gereicht.

Insgesamt ist das iPhone 5 eine klare Verbesserung in allen Bereichen. Es ist dünner, leichter, hat einen besseren Akku, eine bessere Kamera, hat einen besseren Bildschirm (unabhängig von der Größe) und, meine Fresse, es so wahnsinnig viel schneller, dass allein das schon als alleiniger Kaufgrund herhalten kann.

Das einzige richtige neue Feature ist währenddessen LTE und dazu kann ich nicht wirklich viel sagen. Ich bekomme im Büro tatsächlich eine LTE-Verbindung, allerdings habe ich keinen Tarif dafür, darum kann ich die Geschwindigkeiten nicht nutzen. Ich bin was das angeht auf Erfahrungsberichte anderer gespannt. Nach dem was ich so gelesen habe, legt das iPhone 5 im Vergleich mit anderen Handys einen besonders niedrigen Akku-Verbrauch hin. Aber wie gesagt, kein LTE für Kay. Die Telekom LTE-Tarife stellen leider, was Volumen angeht eine Verschlechterung dar, die ich nicht in Kauf nehmen will, für die Geschwindigkeit.

Und wo wir gerade bei der Telekom sind. Das sind die, die mir am Montag vor der Veröffentlichung am Telefon-Support gesagt haben, ich könne noch keine NanoSIM-Karte bestellen und ich solle Freitag in einen Telekom-Shop gehen, weil sie da welche haben. Und die mir dann im Telekom-Shop gesagt haben, die können mir keine geben, ich müsse die über den Telefon-Support bestellen. Saftladen.

Die iPhone 5 Vorstellung

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Gestern war also großes Apple-Presse Event und es wurde unter anderem das neue iPhone wurde vorgestellt. Ich habe mir eigentlich immer vorgenommen, über solche Sachen nicht mehr zu schreiben, aber jetzt bin ich heute wiederholt in Diskussionen darüber verwickelt worden, weil Leute wissen, dass ich Apple Sachen gern benutze und weil sie nun ein Statement von mir erwarten.

Also wie fand ich nun diese Präsentation gestern. Ich habe sie natürlich verfolgt. Und meine Meinung ist ähnlich wie die vieler anderer: Es war ziemlich langweilig. Nicht weil die Neuerungen schlecht waren, sondern weil einfach so viel schon vorher durchgesickert ist, dass man schon wusste was einen zu erwarten hat. Ich weiß nicht, warum das früher anders war. Meine Vermutung ist, dass das öffentliche Interesse einfach so stark zu genommen hat, dass Medien auch viel mehr Geld für solche Leaks zu zahlen bereit sind? Ich weiß es nicht. Ich finde es schade. Natürlich kann ich mich abschotten und alle Vorabinformationen vermeiden, aber naja. <!-- more --> Es gab tatsächlich ja auch viel neues. Die neuen iPods, das neue iTunes, ich glaube beides war vorher nicht bekannt. Tatsächlich interessiert mich auch beides nicht. Ich liege nicht mehr in der iPod Zielgruppe und iTunes... ich nutze noch iTunes, vor allem seit iTunes Match, aber in der Regel höre ich Musik nicht mehr am Mac. Insofern hat mich der Teil ein wenig kalt gelassen. Der iPod Touch hat seinen Reiz, weil er so verflucht dünn ist. Aber wozu einen iPod wenn ich auch ein iPhone hab, und dieses war ja dann auch das Hauptthema.

Das iPhone 5. Ich ärgere mich immer noch über den Namen. Wie heißt das 6. iPhone mit A6-Chip, das zusammen mit iOS6 raus kommt? Na? Genau. Genau genommen hat das Problem natürlich seinen Ursprung letztes Jahr, das ganze ist eine unglückliche Folge des iPhone 4S, welches schon hätte iPhone 5 heißen sollen. Ja, und nun setzt sich das fort. Tja, und das Gerät selbst...

Der lange Bildschirm? Ich bin kein großer Fan. Ich gehöre nicht zu den Leuten die ein größeres iPhone haben wollten. Kann man jetzt besser HD-Filme im 16:9-Format schauen? Absolut. Ich schau nur einfach keine Filme auf meinem Telefon. Habe ich nie. Werde ich nie. Und ich kenn auch keinen der das tut. Und sonst sehe ich keinen Vorteil dafür. Ich schätze die zusätzliche Icon Reihe auf dem Homescreen ist nett, wobei ich noch nicht weiß, ob das der Übersicht hilft. Ich habe gern so wenige Homescreen-Seiten wie möglich, insofern ist das wohl tatsächlich eine Hilfe, na gut. Als Entwickler kenne ich den Aufwand der in der Umstellung steht, insofern fallen jetzt in nächste Zeit wieder die ganzen Apps auf, die sehr langsam darin sind Neuerungen zu übernehmen. Es gibt immer noch Apps da draußen die noch keine Retina-Unterstützung bieten. Und das obwohl Apple nun kein einziges nicht-Retina iPhone mehr verkauft. Insofern frage ich mich schon, ob das wirklich notwendig war.

Schon zwei Sachen die mich stören.

Das Design? Ja, der Teil gefällt mir sehr gut. Endlich hat es wieder eine Metallrückseite, wie beim ersten iPhone. Das Glas beim iPhone 4 und 4S war in Ordnung, ich hatte persönlich nie Probleme damit, dass es kaputt gegangen ist. Schlimmer fand ich das Plastik beim 3G und 3GS. Insofern ja, was Design und auch Verarbeitung angeht ist das neue Gerät ziemlich großartig.

Features? Nein, nichts tolles neues. Etwas bessere Kamera, der neue A6-Chip, der noch mal einen Performance-Boost bringen dürfte. Fein, das war zu erwarten. Aber nichts, was einen jetzt vom Hocker reißt. Das alte iPhone war schon schnell. Es ist gut, dass die Plattform mehr Leistung bekommt, aber bis das Apps nutzen können ohne auf ältere Generationen zu achten, wird noch Zeit vergehen. Kein Kaufgrund.

Das neue iPhone ist garantiert ein gutes Gerät, das in einigen Bereichen deutlich besser ist als der Vorgänger. Aber abgesehen vom Design ist das ein ziemlich langweiliges Update.

Werde ich es mir kaufen? Absolut. Warum? Weil mein Telefon einen wichtigen Teil in meinem Leben einnimmt, weil es immer dabei ist und ich mein Leben darüber organisiere. Und bei Sachen die ich so viel benutze investiere ich gern in das Beste was es gibt. Ist das iPhone 5 ein besseres Gerät als die vielen Android Telefone? Keine Ahnung. Ich habe nie ein Android Telefon genutzt. Die Plattform ist mir wichtiger als das konkrete Gerät und das iPhone 5 ist nunmal das beste Telefon mit iOS, welches ich immer noch als die beste mobile Plattform ansehe. In die ich natürlich auch schon viel investiert habe. Nach allem was ich höre, sehe und lese, ist Android ein gutes Betriebssystem was in vielen Bereichen zu iOS aufgeholt hat und anderen Bereichen besser ist. Aber als Plattform ist es in meinen Augen nach wie vor eine Katastrophe. Bin ich jetzt ein Apple-Fanboy? Von mir aus.

Aber gut. Da habt ihr eure Antwort. Ich kauf mir's, weil ich gern das beste hab. Ein nicht billiges Hobbie, aber dann wiederum hab ich keine anderen teuren Hobbies.

ps: Bitte argumentiert nicht mit NFC. Android Telefone (und Windows Phones auch?) haben NFC schon seit Jahren. Aber wenn da nicht irgendwas komplett an mir vorbeigegangen ist, gibt es noch keine wirkliche Verwendung dafür, die den Status einer Spielerei schon überwunden hat und im Mainstream angekommen ist. Bitte belehrt mich eines besseren. Vielleicht bin ich da ja altmodisch. In der Tat habe ich auch nicht geglaubt, dass man den Gyroscope-Kram braucht, bis Apps rauskamen, die das wirklich sinnvoll genutzt haben. Aber glaubt ihr wirklich, dass ihr in absehbarer Zukunft über NFC bezahlen könnt? Ich kann hierzulande nicht mal überall mit EC-Karte zahlen und wenn ich eine Kreditkarte ziehe, dann lachen mich die EDEKA-Verkäuferinnen wahrscheinlich aus. Naja, überzeugt mich bitte.

Ansonsten hoffe ich mir, dass in Zukunft nicht so viele Informationen vorab leaken. Ich schau mir diese Präsentation an, weil sie gute Unterhaltung sind.

pps: Der neue Dock Connector? Der Name "Lightning" ist albern, aber ansonsten bin ich davon ziemlich begeistert. Ist doof in der Übergangsphase, aber früher oder später mussten sie das machen.

Mein persönlicher Untergang des Webdesigns

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Ich sehe mich persönlich nicht als Webdesigner. Wenn jemand nach dem Grund fragt, dann sag ich immer, es fehlt mir an Kreativität. Ich bilde mir zwar ein, einen (für meine Zwecke) ausreichenden Blick für gutes Design zu haben, aber wenn ich vor einer leeren Photoshop-Leinwand sitze und loslegen muss, dann tu ich mich damit sehr schwer. Jetzt sagt ihr vielleicht, ach komm, das sind doch Ausflüchte, das geht anderen Designern ja nicht anders. Und dann sag ich, ja, sag ich dann, das stimmt wahrscheinlich, aber ich kann programmieren und das ist für mich viel angenehmer und unkomplizierter, warum soll ich mich also mit leeren Photoshop-Leinwänden rumärgern.

Früher war das anders, da habe ich mich noch mehr in Photoshop abgemüht. Natürlich waren das andere Zeiten, da waren Grafik-lastige Designs noch mehr in Mode, während heute der Trend in die Richtung sauberer und minimalistischer Designs geht (keine Quelle, ihr könnt meine subjektive Wahrnehmung aber gerne widerlegen), bei dem Webentwickler viel mehr mit CSS3 machen können und viel weniger auf Photoshop angewiesen sind.

Aus aus diesem früher habe ich meinen Fokus auf Design mitgenommen und auch wenn meine konkrete Einschätzung was denn nun gutes Design ist, in ständigem Fluss ist, habe ich überhaupt kein Problem damit, schlechtes Design stark zu verurteilen und meine Meinung unter die Leute zu bringen. Was mir bei einem Blog-Design wichtig ist? Hauptsächlich die Typographie. Ich will eine saubere Schrift, viel Zeilenabstand, groß, am liebsten dunkel auf hell. Ich will das ganze auf meinem 11"-Macbook-Air lesen können, auf meinem 27"-iMac und auf allen anderen Geräten, die allesamt eine höhere Pixeldichte haben, als was vor 8 Jahren üblich war, als wir alle dachten, Verdana mit 10px-Schriftgröße wäre der letzte Schrei. In dem Extrem macht das natürlich kaum noch jemand, aber ihr wisst vielleicht trotzdem, was ich meine. Wenn die Schrift stimmt, kann man für mich mit dem Rest des Designs wenig falsch machen. Das heißt nicht, dass ich nur minimalistische Designs mag, überhaupt nicht. Mir ist nur die Typographie wichtiger. Ich denke, das ist nicht unnormal.

Während ich mir darüber Gedanken gemacht habe, ist mir dann bewusst geworden, dass die Diskussion bei meinem Leseverhalten ohnehin unerheblich ist. Ich habe Blogs von jeher über Feed-Reader (aktuell Reeder) konsumiert. Störendes Design habe ich daher nur selten wahrgenommen. Inzwischen bekomme ich das Ganze bewusster mit, weil ich immer öfter über Twitter auf Inhalte stoße. Oh, ich bin mir klar, dass dieses Twitter nix neues ist. Nein, ich folge nur einfach interessanteren Leuten als noch vor einem Jahr, also ein vollkommen persönlicher Grund.

Jedenfalls finde ich mich in einer Lage, in der ich immer öfter interessante Artikel in furchtbar unleserlichen Designs finde. Und natürlich ist das kein unlösbares Problem, in der Tat gibt es viele gute Lösungen dafür. Die Reader-Funktion in Safari zum Beispiel, die den Artikel einfach ohne Design in einem gut lesbaren Layout anzeigt. Oder einen der vielen Webdienste die das gleiche machen. In der Regel schicke ich Links aus Twitter direkt nach Instapaper. Nein, nicht nur die Artikel von Seiten mit hässlichen Designs. Alle. In der Regel ist mir die Darstellung in Instapaper sogar noch viel lieber als die meisten hübschen, lesbaren Designs eurer Lieblingsblogs. Und es ist eine viel bewusstere Aktion als über den Feed-Reader. Im Feed-Reader vergisst man viel leichter, dass da eine Webseite hinter den Inhalten steht, mit einem Design, das vielleicht gut ist oder nicht. Bei Instapaper ist es die bewusste Entscheidung, wenn ich einen Link sehe - direkt an Instapaper, ich will das Design gar nicht erst sehen.

Bin ich damit allein? Ich weiß, Instapaper (sowie die diversen Copycats) nutzen wahrscheinlich hauptsächlich Poweruser und die Breite Masse hat gar keine Ahnung wovon ich spreche. Worauf ich hinaus will ist eigentlich: Meine Arbeit besteht zu großem Teil daraus, hübsche, bedienbare und lesbare Oberflächen und Designs zu bauen. Manchmal zu gestalten, manchmal nur umzusetzen. Was schließe ich dann aus meinem bei mir selbst beobachteten Verhalten? Dass das alles unnötig ist, weil ich eigentlich eine gute Einheitsoberfläche vorziehe? Dass einfach nur meine Ansprüche zu hoch geworden sind, so dass ich (zynisch wie ich bin) von vornherein davon ausgehe, von anderen Webseiten enttäuscht zu werden? Oder einfach nur, dass ich viel zu viel über komisches Zeug nachdenke...

Feedback ist willkommen, über Twitter, per Email an kay at diese Domain, oder zur Not als Kommentar unten.

Meine Traumdomain

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Seit gestern bin ich unter einer neuen Domain zu erreichen. Wer meine alte Seite aufruft wird automatisch weitergeleitet nach kaybutter.de. Kein www, wir sind ja nicht mehr in den 90ern. Lasst euch von dem Titel nicht täuschen, meine Traumdomain ist es nicht.

Tatsächlich hätte ich gern kb.de gehabt, hauptsächlich, um mir eine schöne kurze Email-Adresse damit machen zu können. Aber die Domain ist bereits vergeben und obwohl sie seit mehreren Jahren ungenutzt ist, steht sie nicht zum Verkauf.

Geek-Hygiene

Warum das ganze? Die nicht so kurze Antwort: Geek-Hygiene. Kennt ihr nicht? So nenne ich das Zeug, das euch dazu bringt, euer Home-Verzeichnis immer aufgeräumt zu halten und den Desktop immer leer, das euch zwingt nicht genutzte Socia-Media Accounts wieder zu löschen und das euch in den Wahnsinn treibt, wenn ihr wegen anderer Leute mehr als einen Instant-Messenger-Dienst verwenden müsst.

Solltet ihr euch darin nicht wieder finden, sollte euer Schreibtisch viel aufgeräumter sein, als der Desktop am Computer, sollte euer einziges digitales Adressbuch auf euerem nicht-Smartphone-Handy sein und Namen wie "Blonde-von-Samstag-Nacht" enthalten: ihr habt so was scheinbar nicht und könnt an dieser Stelle aufhören zu lesen, ihr werdet es eh nicht nachvollziehen können.

Eine neue E-Mail-Adresse

Noch da? Gut. Also eigentlich geht es um Email-Adressen.

Ich habe seit mehreren Jahren meine Haupt-Email-Adresse bei Apple, also erst .Mac, später MobileMe und inzwischen iCloud. Mittlerweile ist das ganze kostenlos, was ich (wie einige andere auch) als Problem sehe; man hat als nicht-zahlender Kunde im Grunde keinen Anspruch auf Verfügbarkeit mehr. Interessanterweise hat sich die Verfügbarkeit deutlich verbessert seit es kostenlos ist, insofern ist das kein wirklicher Anlass zur Klage. Nein, darum geht es auch nicht. Auch nicht um den iCloud/Amazon-Hackingvorfall; auf iCloud würde ich auch ohne die E-Mail-Adresse da zu haben, nicht verzichten wollen.

Wie komme ich also dazu eine neue Email-Adresse haben zu wollen? Um die Wahrheit zu sagen, ein Podcast hat mir das ganze in den Kopf gesetzt. Ich weiß nicht mehr welcher, ich vermute es war Hypercritical mit John Siracusa, aber fragt mich nicht welche Folge.

Das Thema war das neue Gmail-Theme und dann Email-Provider im Allgemeinen und auf die Frage, welcher denn nun die richtige Wahl sei, antwortet er, das beste wäre wohl eine Adresse mit einer eigenen Domain zu verwenden und dann an den jeweiligen Provider weiter zu leiten, den man zur Zeit eben bevorzugt. Der Vorteil: wechselt man den Email-Provider, behält man seine Adresse.

Ich habe kurz darüber nachgedacht und mir gesagt, hm, eigentlich ziemlich naheliegend. Da hättest du schon früher drauf kommen müssen. Ab in die Ecke. Wahrscheinlich machen das eh schon sehr viele Leute Geeks. Und ich nun eben auch.

Meine alte Domain kayseins.de fand ich persönlich zu unseriös für eine neue Adresse, kb.de hab ich nicht bekommen, also ist es jetzt diese hier. Schließlich bin ja seriös. Und so.

Ob ich dahinter weiter iCloud oder Google-Apps verwende, weiß ich noch nicht. Das Haupt-Argument für iCloud-Mail war ja der Email-Push aufs iPhone und den hat Motorala in Deutschland weggeklagt, oder gibt es da inzwischen einen neuen Stand? Das würde zumindest für Google sprechen, die Exchange-Anbindung ist zwar wackelig, aber darüber kann man zumindest noch aufs iPhone pushen.

Naja, am Ende spielt auch keine Rolle, was ich nun nehme. Davon merkt dann ja keiner mehr was.

Achtung Feed-Leser

Was diese Seite angeht habe ich eine permanente Weiterleitung auf die neue Domain eingebaut, das sollte auch für den Feed funktionieren. Falls euer Feed-Reader nicht so schlau ist die neue Domain automatisch zu übernehmen und zu ersetzen, dann solltet ihr die Seite vielleicht neu hinzufügen, für den Fall, dass ich die alte Domain irgendwann abschalte.

Wer der Meinung ist, RSS sei tot, der liegt a) falsch und kann b) den Teil komplett ignorieren ;)

Sonstige Neuerungen

Ansonsten habe ich mir auch noch diverse andere Änderungen an der Seite vorgenommen. Aber für den Fall, dass die alle meiner Faulheit zum Opfer fallen, kündige ich nichts konkretes an.

Mountain Lion

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Gestern ist also Mountain Lion erschienen und nach einigen anfänglichen Problemen mit dem AppStore konnte ich mir das OSX Update auch kaufen und runter laden.

Inzwischen läuft es auf beiden Geräten. Wer ein sehr ausführliches Review sucht findet auch dieses mal wieder bei John Siracusa auf Ars Technica. Möchte noch mal betonen: sehr ausführlich. Bin noch nicht mal halb durch.

Ich habe die Gelegenheit genutzt auf beiden Macs eine frische Installation zu machen und mein Toolset zu überdenken. Ganz gerne werfe ich ja zusätzliche Drittanbieter Apps raus, wenn ich stattdessen Boardmittel verwenden kann. <!-- more --> Klingt komisch? Naja, ich bin nicht allein mit so was. Matt Gemmell hat in einem Artikel dieses Verhalten vor einiger Zeit bei sich beobachtet und, und er beschreibt die psychischen Kosten, die das Installieren von Drittsoftware mit sich bringt als Critical Customisation Cost. Ich habe damals den Artikel gelesen und viel davon bei mir wiederfinden können. Das ist jetzt nicht neu. Aber ich nutze jetzt Mountain Lion mal wieder als Gelegenheit ein wenig Aufzuräumen.

  • Growl fällt dem zuerst zum Opfer. Klar kann es wahrscheinlich mehr, als das neue Notification Center aus Mountain Lion. Und vielleicht installiere ich es auch irgendwann noch mal, wenn eine Anwendung die ich dringend benötige nur hierüber Benachrichtigungen anzeigen kann. Aber bisher habe ich es noch nicht vermisst.
  • Alfred habe ich erstmal auch nicht installiert. Alfred habe ich hauptsächlich als schnellen App-Starter verwendet und jetzt versuche ich tatsächlich das ganze durch Launchpad zu ersetzen. Launchpad gibt es schon seit Lion. Wenn man es aufruft erscheinen die Apps auf einem iOS-ähnlichen Homescreen sortiert. Das interessante ist, man kann einfach drauf los tippen um die Anwendungen zu filtern. Kombiniert man das ganze jetzt noch mit einem Keyboard-Shortcut ist mein Hauptanwendungsfall für Alfred abgedeckt. Unglücklicherweise tritt hier ein Bug zutage, der dafür sorgt, dass nach einem Neustart des Rechners der Keyboard-Shortcut kaputt geht. Ihr könnt das gerne nachstellen. Shortcut für Launchpad einrichten. Abmelden (oder einfach nur das Dock neu starten) und Zack geht der Shortcut nicht mehr. Doof. Den Fehler gab es wohl schon in Lion. Insofern werde ich auch hier früher oder später wieder zu Alfred wechseln. Aber naja. Noch halte ich durch. Starte meinen Mac eh fast nie neu. Übrigens, ich weiß, viele benutzen einfach Spotlight. Ich mag's nicht. a) Weil es oben rechts ist, statt zentriert. b) Weil es zu viele andere Sachen findet die ich gar nicht will.
  • Adium versuche ich durch das neue Messages, den Nachfolger von iChat, zu ersetzen. Das hatte ich mit der Messages-Beta schon mal probiert, aber am Ende war das ganze einfach noch zu buggy. Jetzt gebe ich dem ganzen noch mal eine Chance. Mal sehen was daraus wird.

Andere Sachen werde ich nicht verwenden. Die Reminders-Anwendung kann zum Beispiel keine richtige Todo-App ersetzen. Kein Ahnung wie das mit Notes vs. Evernote aussieht, weil ich im Moment keine Notiz-App benötige. Aber die Idee sollte klar sein. Mal sehen wie lange und wie gut das funktioniert.

Ein Vorteil ist, dass es viel weniger Aufwand ist, ein System neu aufzusetzen oder sich auch nur auf einem Fremden System zurecht zu finden. Dass meine Daten in der Cloud und meine Projekte in Git-Repositories liegen hilft auch. Die Musik-Library ziehe ich mir dank iTunes-Match einfach wieder aus dem Netz. Abgesehen von meinen SSH-Keys musste ich nichts per aufwändigem Backup sichern.

Schön. Klar ich hätte auch einfach ein Update machen oder den Migrations-Assistenten verwenden können, wie der Rest der Welt. Aber ein neues sauberes System reizt auch irgendwie.

Erste Tweetbot for Mac Alpha

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Nur zwei Tage nach meinem Post über Twitter-Clients gibt es nun eine erste frühe Alpha-Version von Tweetbot for Mac. Frühe Alpha bezieht sich darauf, dass noch nicht alle Features fertig implementiert sind und vor allem viele Shortcuts noch fehlen. Es sind auch bestimmt noch viele Fehler enthalten, aber die App fühlt sich jetzt schon runder und stabiler an, als was viele andere Entwickler als Beta veröffentlichen, bzw. was einige als fertige App verkaufen.

Ich will kein Review schreiben. Das haben andere schon geschrieben.

Ich möchte nur kurz sagen, dass ich damit voll und ganz zufrieden bin, viele Haken an meine Wunschliste machen kann und Twitter for Mac damit endlich in den Ruhestand schicken kann.

Oh und ich möchte noch auf den Artikel von Marco Arment, Entwickler von Instapaper, zu dem Thema verweisen, der sich auch darüber freut den offiziellen Client in die Tonne treten zu können.

I’m happy to report that Tweetbot for Mac serves the same role already, even in its incomplete, semi-buggy alpha state. (Anecdotally, it doesn’t seem significantly buggier than Twitter for Mac.)

Die Sache mit den Twitter Clients

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Kürzen wir die Einleitung ab, ich bin unzufrieden mit meinem Twitter-Client. Oder anders gesagt, ich bin unzufrieden mit sämtlichen Twitter-Clients für OSX. Ich weiß, ich hab nicht viele Leser, nur ein Teil von denen nutzt Twitter und nur ein Teil von denen unter OSX. Insofern werden sich jetzt nicht viele angesprochen fühlen.

Ich habe lange Zeit Tweetie bzw. inzwischen Twitter for Mac, Twitter for iPhone und Twitter for iPad verwendet. Vor einiger Zeit bin ich dann doch auf iPhone und iPad auf Tweetbot umgestiegen und mir ist bewusst geworden, wie weit die offiziellen Apps inzwischen der Konkurrenz hinterher hängen, was Features angeht. Tweetbot ist nicht perfekt, ich finde die eigene Oberfläche ein bisschen… überdesignt. Gibt es das Wort? Vor allem gibt es aber noch keine Mac-Version und nun fehlt mir für den Mac ein Client, der mit Tweetbot auf iOS mithalten kann.

Spielen wir eine runde Wünsch-Dir-Was. Mein Wunsch-Twitter-Client soll folgende Eigenschaften haben:

  • Lässt mich Mute-Filter für bestimmte Themen einrichten, weil meine Timeline erschreckend leer wäre, wenn ich allen entfolge die auch nur hin und wieder über Fußball, Formel1 oder Unterschichtenfernsehen twittern. Ich liebe Tweetbot dafür.
  • Synchronisation der aktuellen Lese-Position. Wenn es ordentliche iOS-Version davon gibt gerne über iCloud, alternativ mit einem Dienst wie Tweetmarker. Jap. Das haben diverse Clients, Tweetbot, Twitterrific, bestimmt noch mehr.
  • Unterstützung des Twitter-Bilder-Dienstes. Ist eigentlich selbstverständlich, führe ich nur auf, weil es die jetzige Twitter for Mac App nicht kann. Worum es geht? Wenn ich auf ein Bild-Link klicke, will ich nicht dass mein Browser aufgeht, die App soll mir das Bild zeigen. Gern auch direkt mit Vorschau in der Timeline.
  • Verfolgung von Diskussionen. Das machen die meisten Apps schon gut, inklusive den offiziellen Clients. Ich sags nur weils wichtig ist.
  • Hübsches Design (disqualifiziert schon mal Echofon). Da müssen sonst schon die anderen Punkt besonders gut erfüllt sein, damit ich über diesen Punkt auch nur vorübergehend hinwegsehe.
  • Gute Bedienung. Keine Kompromisse hier. Ich will eine native Mac App, die sich gut in OSX integriert, die typischen Keyboard-Shortcuts unterstützt, etc. Bleibt mir weg mit Cross-Plattform-Adobe-Air-Müll. Ich erwarte außerdem sinnvolle Multitouch Bedienung, vor allem Pull-to-Refresh (sry, Osfoora, das wird nix mit uns beiden).

Das mit Osfoora ist besonders ärgerlich, die machen eigentlich fast alles richtig, aber ich liebe den offiziellen Twitter-Client für Pull-to-Refresh und hasse nun alle Clients die es nicht haben.

Was bleibt also? Warten auf Tweetbot für Mac. Oder darauf, dass die Hölle einfriert und Twitter ein Update für die offiziellen Clients rausbringt und aufholt.

Im Moment ist es noch verdammt warm in der Hölle.

Paper Prototyping

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Vor kurzem bin ich auf einer Abteilungsversammlung in einem Vortrag auf das sogenannte Pretotyping aufmerksam gemacht worden. Der Name basiert auf dem Buch Pretotype It von Alberto Savoia und es gibt auch eine erklärende Webseite dazu. Es geht um das Erstellen von Vor-Protypen mit Papier für Usability-Tests.

Andere kennen das ganze unter dem Begriff Paper Prototyping ebenfalls basierend auf einem (gleichnamigen) Buch von Carolyn Snyder. Auch dazu gibt es eine erklärende Webseite.

Ich habe keines der Bücher gelesen, versteht das hier also nicht als uneingeschränkte Kaufempfehlung. Ich hab nur davon gehört und ein Bisschen davon gelesen, habe es ein Bisschen ausprobiert und glänze jetzt mit viel Halbwissen, das ich jetzt verbreiten möchte, vermutlich zum Ärger all derer, die Ahnung davon haben. Also. Die Grundidee des Ganzen ist, Benutzeroberflächen vor der Umsetzung auf Papier zu skizzieren. Diese Papier-Prototypen eigenen sich nicht nur dafür Design-Ideen festzuhalten, sondern auch erste Usability-Tests zu machen. Aber auch noch mehr.

Der Vortrag beschrieb das ganze am Beispiel einer Firma, die verschiedene Ideen für iPhone-Apps gesammelt haben.

Eine dieser Ideen war eine einfache Bewertung für das Kantinenessen. In der App sollte man per Daumen hoch oder runter bewerten können wie das Essen an dem Tag geschmeckt hat.

Die zweite App sollte dabei helfen Falschparker auf dem Firmenparkplatz zu dokumentieren, mit Foto das direkt in einem firmeneigenen Portal veröffentlicht wird. An die Details erinnere ich mich auch nicht mehr genau.

Um herauszufinden wie sinnvoll diese Ideen sind und ob sowas überhaupt jemand benutzen würde, wurden beide Ideen als Papier-Prototypen gebaut und an eine Testgruppe gegeben. Diese Prototypen bestanden in dem Fall aus einfachen Skizzen, die sich die Benutzer für zusätzliche Authentizität auf ihr Telefon legen oder kleben konnten. Dann sollten die Benutzer ein paar Wochen lang immer wenn sie die Apps benutzen würden, einfach den Papier-Platzhalter aus der Tasche ziehen und so tun ob sie den benutzen würden. Das Ergebnis nach Ablauf des Tests war, dass das Bewerten des Mittagessens den Benutzern Spaß gemacht hat und gern genutzt wurde, während das Ausspionieren der Kollegen auf dem Parkplatz eher negative Gefühle hervorgerufen hat.

Durch solche Tests lassen sich aber auch noch ganz andere Sachen herausfinden. Schwächen in der Benutzerführung oder in der Anordnung von Bedienelementen zum Beispiel. Sachen die halt erst auffallen, wenn man die Bedienelemente vor sich hat und versucht sie zu bedienen.

Natürlich müssen diese Prototypen nicht gezeichnet sein; ausgedruckte digitale Entwürfe funktionieren genau so gut. Selbst als Papier-Gegner muss ich allerdings einräumen, dass das digitale Konzipieren von Benutzeroberflächen schnell in Arbeit ausartet spätestens, wenn man in seinem Entwurf von Standard-Bedien-Elementen abweicht, welche die verschiedenen Mockup-Programme so mit sich bringen. Da ist man mit Stift und Papier einfach immernoch schneller. Und gerade in den Fällen, in denen man sich daran macht eigene Bedienkonzepte zu entwickeln sind gutes Prototyping und Usability-Tests besonders wichtig.

UI Shape Notizblock

Wer sich für Paper Prototyping im Umfeld von iPhone-Apps interessiert, sollte sich mal bei UI Shape umsehen. Dort gibt es Zeichenblöcke mit vorgedruckten iPhone-Vorlagen. Sascha hat mir ein paar Probeblöcke geschickt und die bieten tatsächlich einen soliden Rahmen für die eigenen Entwürfe. Unbedingt notwendig sind die natürlich nicht. Ein einfaches Blatt Papier tut es auch. Aber wenn man vor hat, das ganze öfter einzusetzen, dann sind die Vordrucke eine deutliche Erleichterung. Die richtige Größe zu treffen ist nämlich entscheidend bei dem Ganzen. Gerade beim Entwerfen am Bildschirm ist diese oft schwierig abzuschätzen und damit auch die optimale Größe von Bedienelementen, richtige Abstände, lesbare Schriftgrößen und ähnliches.

Blöcke für das iPad gibt es übrigens noch nicht. Vielleicht legt Sascha da ja noch nach.

Ich hab überlegt ob ich ein paar meiner Entwürfe veröffentlichen soll, habe mich aber dagegen Entschieden. Natürlich weil meine Projekte alle streng geheim sind und überhaupt nicht, weil ich so ein furchtbarer Zeichner bin...