Macoun 2013

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Am Wochenende war ich in Frankfurt auf der Macoun und ich kämpfe noch ein richtiges Fazit zu finden.

Anders als der Name vermuten lässt ging es nicht so sehr um Mac Entwicklung sondern war ganz auf iOS fokussiert. Die Qualität der Vorträge war durchwachsen. Das liegt zum Teil daran, dass scheinbar wohl doch nicht alle Entwickler geborene Sprecher sind. Das kann ich ihnen nicht vorwerfen, schließlich bin ich das auch nicht und umso stärker respektiere ich das, dass sie sich trotzdem vor die Menge stellen.

Auf der anderen Seite richteten sich viele der Vorträge eher an Anfänger. Einer der besseren Vorträge war die Einführung in Cocoapods, kompetent und interessant vorgetragen. Dann ist das Thema aus meiner Sicht auch nicht wirklich schwierig und eine Umfrage am Ende hat ergeben, dass ein Großteil der Teilnehmer das ganze bereits einsetzt. Ich frage mich wie viele wirklich etwas neues daraus mitgenommen haben?

Am meisten hatte ich mir erhofft von dem Vortrag "96% Testabdeckung" von Maxim Zaks, vor allem weil ich schon länger mit einigen Teilen in meinen Anwendungen kämpfe, die eher schwierig mit Unit-Tests abzudecken sind. Allerdings ging es einen großen Teil darum, wie man die Testabdeckung tatsächlich misst, woran ich nicht wirklich interessiert bin und der Teil wie man bestimmte Problemstellungen beim Testen löst kam viel zu kurz. Interessant war der Vortrag trotzdem, nicht zuletzt wegen des Einblicks in die eigene Arbeitsweise und Organisation die der Sprecher nebenbei gab.

Der gefühlt meist-besuchte Vortrag war der von Chris Eidhof über Schlanke View Controller. Der war ein wirklicher Augenöffner - zumindest wenn man seinen Artikel auf objc.io vorher noch nicht gelesen hatte. Was ich hatte. Mist. Der Vortrag ging noch ein wenig mehr in die Tiefe und war natürlich trotzdem interessant.

Größte Enttäuschung war aus meiner Sicht direkt der erste Vortrag über die Börse Frankfurt App. Die haben eine relativ umfangreiche App und ich hatte mir erhofft darüber zu erfahren, wie sie mit der Komplexität umgehen. Technisch haben die ein paar ganz interessante Sachen gemacht. Die App baut eine TCP-Verbindung zu einem Push-Server auf, um in Echtzeit Kursänderungen zu erhalten. Die Implementierungsdetails, die sie dann gezeigt haben, wirkten aber alle nicht sonderlich sauber (wirklich? Programm-Logik in UITableViewCells? Während zwei Vorträge später ausführlich beschrieben wird, warum das bäh ist und wie man das vermeidet?) und wenn es um den Einsatz von den etwas moderneren Features von Objective-C und dem iOS-SDK ging, dann haben sich die Vortragenden eher konservativ und ablehnend gezeigt. Storyboard-Segues? Autolayout? Es mag ja gute Gründe geben, beides nicht zu mögen und zu benutzen. Aber das einfach nur abzulehnen weil es neue Technologien sind, finde ich unangebracht, wenn man vor einem Raum voller Entwickler über das Entwickeln von Apps redet. Dass die Demos alle nicht funktioniert haben, hat auch nicht geholfen.

Naja, ich will nicht auf jeden Vortrag eingehen. Da waren noch ein paar wirklich interessante Themen dabei und in einigen Fällen hätte ich eher ich mir eher eine der anderen parallelen Veranstaltungen anschauen sollen. Mit dem Drumherum war das ein lustiges Wochenende und die lockere Atmosphäre und die Organisation haben mir wirklich gut gefallen. Und auch die zugehörige App, die nicht nur den Zeitplan enthielt sondern über die auch regelmäßig nützliche Informationen (es gibt Kuchen!!!) gepusht wurden, war Klasse. Persönlich habe ich aber inhaltlich nicht viel neues mitnehmen können, was mich bei der Arbeit weiterbringt. Schade.